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KSM - Komplexes aber sicher beherrschbares Logistiksystem

KSM Servicetechnik betreibt ein Logistikzentrum von dem aus sowohl Endkunden im Nahverkehr als auch 10 Versand- und Lieferstützpunkte in anderen Regionen beliefert werden. Das Produktspektrum umfasst ca. 58.000 Artikel aus dem Automotive-, Zubehör und Ersatzteilbereich. Im Januar 2000 wurde der Neubau bezogen, das LVS „storagement“ installiert und ab März der Betrieb hochgefahren.

Das Logistikzentrum besteht aus einer Lagerhalle mit ca. 7.000 m2 Fläche bei 10m lichter Höhe.Ein Teil der Palettenregalanlage ist für die Lagerung von Gefahrgütern abgetrennt. Eine automatische Nachschubsteuerung ist in FunktionEs wird teilweise mit festen, teilweise mit dynamischen Kommissionierplätzen gearbeitet. Die Nachschub- und Palettenplätze sind dynamisch verwaltet.
Der Automatisierungsgrad ist bewusst niedrig. Es gibt nur eine Aufzugsanlage, die die einzelnen Ebenen der Fachbodenregalanlage verbindet. Statt Fördertechnik und Automatiksystem wird im Interesse hoher Flexibilität auf mobile Datentechnik und intelligente EDV-Lösungen gesetzt.

Applikations-Software für die Lager- und Versandsteuerung

Die Anforderungen an die logistische Abwicklung wurden komplett mit Hilfe von storagement realisiert. Wesentliches Entscheidungskriterium für storagement war die Flexibilität bezüglich Schnittstellen, die Möglichkeit der dynamischen Umstellung von Lagerprozessen ohne Programmierung und die Integration moderner Technologien wie Thin Client und die vergleichsweise kostengünstige Servertechnik. Aufwendige Softwareinstallationen sind überflüssig, da die durchgängige Bedieneroberfläche auf Thin Clients läuft.

Das Online-System Storagement kann jederzeit auf sich ändernde Umfeldbedingungen reagieren. Bei KSM ergeben sich solche Anforderungen aufgrund des Warenwirtschaftssystems, das permanent unvorhersehbar beliebige Aufträge ans Lager sendet.

Maximale Verfügbarkeit bei minimalen Kosten

Soll ein Onlinesystem mit Datenfunk zu jeder Zeit jedem Nutzer unterbrechungsfrei zur Verfügung stehen, geht das einher mit Kosten. Anzustreben ist daher der Mittelweg zwischen minimalen Kosten und maximaler Verfügbarkeit.

Das Kernstück des Systems ist ein Doppel-Server. Damit es bei eventuellen Reparaturen nicht zu längeren Ausfällen kommt, kann der zweite Server die Funktion des Produktivservers übernehmen. Der Standby-Server ist mit weniger Speichermodulen und Prozessoren ausgerüstet, aber preiswerter. Der Standby-Server kann als Archiv-System eingesetzt werden, d.h. ältere Produktionsdaten werden dorthin ausgelagert und stehen für aufwendige Auswertungen zur Verfügung, die sonst die Antwortzeiten des Produktivservers verschlechtern würden.

Die Server laufen unter LINUX. Die Datenbankinhalte werden in Echtzeit vom Produktivserver auf den Standbyserver kopiert (Replikation), eine Fähigkeit von INFORMIX. Zur Datensicherung gehört eine automatische Datensicherung, die Datenbank und Dateisysteme auf den in den Server eingebauten Bandlaufwerken sichert. Vom Bedienpersonal ist nur ein regelmäiger Bandwechsel (1x täglich) gefordert.

Datenfunkanlage

Die Funkttechnik sollte möglichst robust und autark sein. Ausgewählt wurde eine Anlage des englischen Herstellers Belgravium, bestehend aus ca. 15 Handterminals sowie mehrere Staplerterminals. Die Terminals sind „Thin Clients“ . Die Datenfunkdialoge erzwingen per Frage-Antwort-Dialog vollständige und korrekte Eingaben durch den Benutzer.

Stationäre Arbeitsplätze

Die stationären Arbeitsplätze für Wareneingang, Leitstand, Stammdatenerfassung und Infoplätze sind ebenfalls Thin Clients. Lediglich die bestimmte Grundparameter müssen einmalig eingestellt werden. Dies ist von einem Platz aus durchführbar. Die Versand-Packplätze sind Windows NT PCs, da lokaler Speicherplatz und den Anschluss verschiedener Peripheriegeräte ermöglicht werden soll. Trotzdem muss auch auf diesen PCs i.d.R. keine besondere Software installiert werden, da das Packplatzprogramm als Java Client realisiert ist.

Online-Prozessführung mit mobilen-Terminals

Durch die eingesetzte Datentechnik werden alle Vorgänge im Lager unterstützt:

  • Transport über mehrere Stationen
  • Einlagerung von Ganzgebinden (Paletten, Gitterboxen usw.) per Stapler
  • Einlagerung von Kleinmengen auf Sammelwagen per „umgekehrter Kommissionierung“
  • Auslagerung von Ganzgebinden per Stapler
  • Auslagerung von Kleinmengen auf Kommissionierhilfsmittel wie wegeoptimierte Kommissioniertouren
  • Pick+Pack-Kommissionierung
  • Inventuren
  • Bestands- und Artikelstammdaten-Korrekturen am Lagerplatz
  • Packen mit Datenfunk-Dialog
  • Verladescannung

Alle Abläufe werden vom Datenfunkterminal angewiesen und nach der Erledigung durch den Bediener sofort verbucht. Seitens des Leitstands besteht keine Notwendigkeit, in die Zuteilung von Aufträgen oder Touren einzugreifen, wenn nicht äußere Umstände wie z.B. ein wichtiger Selbstabholer, einen Eingriff in die Kommissionierreihenfolge notwendig macht. Zielsetzung der Onlineprozessführung ist die Reduzierung der Fehlerrate, die Optimierung der Bestands- und Auftragsinformationen und die bestmögliche Unterstützung des Leitstandes durch zeitnahe Abarbeitungsdaten. Das Prinzip „paralleler Informations- und Warenfluss“ ist so verwirklicht.

Schnittstelle zum übergeordneten Warenwirtschaftssystem

KSM setzt das Warenwirtschaftssystem BOVAC ein, das storagement über einen Erweiterungsbaustein bedient wird. Über die Schnittstelle werden WE-Avise, Lieferaufträge und Artikelstammdaten von BOVAC an storagement gesendet. Storagement sendet Zugangsmeldungen, Auftragsrückmeldungen und Bestandsdaten an BOVAC. Aus dem KSM CallCenter gehen permanent Aufträge ein, d.h. nur für bereits vom Vortag vorhandene Aufträge gibt es die Möglichkeit eine Voraboptimierung durchzuführen. In der Regel muss online ad hoc reagiert werden.

Auszug aus Distribution 3-2000

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