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TROST Service Technik (vormals KSM) - Komplexes aber sicher beherrschbares Logistiksystem

TROST Service Technik betreibt u.a. in Winsen/Luhe ein Logistikzentrum, von dem aus sowohl Endkunden im Nahverkehr als auch diverse Versand- und Lieferstützpunkte in anderen Regionen beliefert werden. Das Produktspektrum umfasst ca. 158.000 Artikel aus dem Automotive-, Zubehör und Ersatzteilbereich. Gearbeitet wird rund um die Uhr, das WMS ist eine unternehmenskritische Anwendung.

Im Januar 2000 wurde der Neubau bezogen, das Echtzeit-WMS "storagement" installiert und ab März der Betrieb hochgefahren. In den darauf folgenden Jahren wurde das Objekt ständig erweitert, bis 2013 verdoppelte sich die Hallenfläche, und es wurde eine automatische Kommissionierbehälter-Fördertechnik nachgerüstet. Unser Produkt-Video wurde bei TROST in Winsen gedreht. Ein Lager ähnlichen Aufbaus, aber grösser, befindet sich in Nyrany (CZ). Winsen wurde bereits an SAP angebunden, Nyrany folgt im Laufe des Jahres 2014.

Das Logistikzentrum besteht aus mittlerweile zwei Lagerhallen mit ca. 15.000 m2 Fläche bei 10m lichter Höhe. Ein Teil der Palettenregalanlage ist für die Lagerung von Gefahrgütern abgetrennt. Eine automatische Nachschubsteuerung ist in Funktion. Es wird teilweise mit festen, teilweise mit dynamischen Kommissionierplätzen gearbeitet. Die Nachschub- und Palettenplätze sind dynamisch verwaltet.

Der Automatisierungsgrad ist bewusst mittel gehalten. Es gibt eine Aufzugsanlage, die die einzelnen Ebenen der Fachbodenregalanlage verbindet, sowie eine F&oouml;rdertechnik für Kommissionierbehälter, die vom WMS vollautomatisch gesteuert wird.

Applikations-Software für die Lager- und Versandsteuerung

Die Anforderungen an die logistische Abwicklung wurden komplett mit Hilfe von storagement realisiert. Wesentliches Entscheidungskriterium für storagement war die Flexibilität bezüglich Schnittstellen, die Möglichkeit der dynamischen Umstellung von Lagerprozessen ohne Programmierung und die Integration moderner Technologien wie Thin Clients und die vergleichsweise kostengünstige Servertechnik. Aufwendige Softwareinstallationen sind überflüssig, da die durchgängige Bedieneroberfläche auf Thin Clients läuft. Ein weiterer Pluspunkt ist das integrierte Versandsystem, das alle gängigen Transport-Dienstleister unterstützt und den schnellen Wechsel bzw. die dynamische Auswahl des für eine Sendung passenden TDL sicherstellt.

Das Online-System storagement kann jederzeit auf sich ändernde Umfeldbedingungen reagieren. Bei TROST ergeben sich solche Anforderungen aufgrund des Warenwirtschaftssystems, das permanent unvorhersehbar beliebige Aufträge ans Lager sendet. Zur Zeit (2013) wird das WW-System auf SAP umgestellt. storagement ist aufgrund diverser komplexer SAP-Anbindungen bestens dafür vorbereitet.

Maximale Verfügbarkeit bei minimalen Kosten

Soll ein Onlinesystem mit Datenfunk zu jeder Zeit jedem Nutzer 100% unterbrechungsfrei zur Verfügung stehen, geht das mit hohen Kosten einher. Anzustreben ist daher der Mittelweg zwischen minimalen Kosten und maximaler Verfügbarkeit.

Das Kernstück des Systems ist ein Doppel-Server. Damit es bei eventuellen Reparaturen nicht zu längeren Ausfällen kommt, kann der zweite Server die Funktion des Produktivservers übernehmen. Der Standby-Server inzwischen ebenso wie der Produktiv-Server konfiguriert, könnte aber auch eine "abgespeckte" Version sein. Der Standby-Server kann bei Bedarf als Archiv-System eingesetzt werden, d.h. ältere Produktionsdaten werden dorthin ausgelagert und stehen für aufwändige Auswertungen zur Verfügung, die sonst die Antwortzeiten des Produktivservers verschlechtern würden.

Die Server laufen unter LINUX. Die Datenbankinhalte werden in Echtzeit vom Produktivserver auf den Standbyserver kopiert (Replikation), eine Fähigkeit des Datenbank-Systems IBM INFORMIX Dynamic Server. Zur Datensicherung gehört eine automatische Datensicherung, die Datenbank und Dateisysteme auf den in den Server eingebauten Bandlaufwerken und auf freigegebene Volumes im LAN sichert. Vom Bedienpersonal ist nur ein regelmäiger Bandwechsel (1x täglich) gefordert.

Datenfunkanlage

Die Funkttechnik sollte möglichst robust und autark sein. Im Einsatz ist inzwischen eine Anlage von MOTOROLA Solutions mit Handheld-Geräten der MC90xx Baureihe und Staplerterminals von DLOG, insgessamt ca. 80 Mobil-Geräte. Die Mobilfunk-Terminals sind auch de facto "Thin Clients", d.h. es muss keine individuelle Software installiert werden. Die Datenfunkdialoge erzwingen per Frage-Antwort-Dialog vollständige und korrekte Eingaben durch den Benutzer, sodass ein einfacher und sicherer Betrieb gewährleistet ist und keine "Nachbesserungen" durch die Schichtleiter erforderlich sind.

Stationäre Arbeitsplätze

Die stationären Arbeitsplätze für Wareneingang, Leitstand, Stammdatenerfassung und Infoplätze sind ebenfalls Thin Clients. Lediglich die bestimmte Grundparameter müssen einmalig eingestellt werden. Dies ist von einem Platz aus durchführbar. Die Versand-Packplätze sind Windows NT PCs, da lokaler Speicherplatz und den Anschluss verschiedener Peripheriegeräte ermöglicht werden soll. Trotzdem muss auch auf diesen PCs i.d.R. keine besondere Software installiert werden, da das Packplatzprogramm als Java Client realisiert ist.

Online-Prozessführung mit mobilen-Terminals

Durch die eingesetzte Datentechnik werden alle Vorgänge im Lager unterstützt:

  • Transport über mehrere Stationen mit Weiterreichung der Behälter via Förderanlage
  • Einlagerung von Ganzgebinden (Paletten, Gitterboxen usw.) per Stapler
  • Einlagerung von Kleinmengen auf Sammelwagen per "umgekehrter Kommissionierung"
  • Auslagerung von Ganzgebinden per Stapler
  • Auslagerung von Kleinmengen auf Kommissionierhilfsmittel wie wegeoptimierte Kommissioniertouren
  • Pick+Pack-Kommissionierung
  • Inventuren
  • Bestands- und Artikelstammdaten-Korrekturen am Lagerplatz
  • Integriertes Versandsystem
  • Packen mit Datenfunk-Dialog
  • Verladescannung


Alle Abläufe werden vom Datenfunkterminal angewiesen und nach der Erledigung durch den Bediener sofort verbucht. Seitens des Leitstands besteht keine Notwendigkeit, in die Zuteilung von Aufträgen oder Touren einzugreifen, wenn nicht äu&azlig;ere Umstände wie z.B. ein wichtiger Selbstabholer, einen Eingriff in die Kommissionierreihenfolge notwendig machen. Zielsetzung der Onlineprozessführung ist die Reduzierung der Fehlerrate, die Optimierung der Bestands- und Auftragsinformationen und die bestmögliche Unterstützung des Leitstandes durch zeitnahe Abarbeitungsdaten. Das Prinzip "paralleler Informations- und Warenfluss" ist so verwirklicht.

Schnittstelle zum übergeordneten Warenwirtschaftssystem

TROST setzte bis 2013 das Warenwirtschaftssystem BOVAC ein, das von storagement über einen Erweiterungsbaustein bedient wird. Über die Schnittstelle werden WE-Avise, Lieferaufträge und Artikelstammdaten von BOVAC an storagement gesendet. Storagement sendet Zugangsmeldungen, Auftragsrückmeldungen und Bestandsdaten an BOVAC. Aus dem TROST CallCenter gehen permanent Aufträge ein, d.h. nur für bereits vom Vortag vorhandene Aufträge gibt es die Möglichkeit, eine Voraboptimierung durchzuführen. In der Regel muss online ad hoc reagiert werden.

Inzwischen wird eine Integration mit dem ERP-System SAP umgesetzt, die Anfang 2014 in Betrieb gehen wird. Die Arbeitsweise aus WMS-Sicht bleibt gleich, sodass nach wie vor Aufträge in Echtzeit angenommen, bearbeitet und detailliert rückgemeldet werden müssen. storagement ist dafür bestens gerüstet, da bereits diverse anspruchsvolle SAP-Anbindungen mit sehr unterschiedlichen Konfigurationen umgesetzt wurden.


Aktualisiert am 11.03.2014.
Eine Vorversion dieses Artikels erschine in der Zeitschrift "Distribution" Heft 3-2000

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